Filmende

Lebensphase Tod

Varanasi, Indien

In der heiligen indischen Stadt Varanasi können nach hinduistischer Mythologie Verstorbene durch die Feuerbestattung an den Burning Ghats den direkten Eintritt ins Nirvana vollziehen.

Ein Verstorbener alter Mann wird auf einer mit Blumen geschmückten Trage von seinen Verwandten in tranceartiger Stimmung vom seinem Zuhause durch die winkligen Strassen von Varanasi getragen. Die Trauernden ziehen mit Mantra-Gesängen zu Lord Shiva schrittweise voran, streuen Blumen und räuchern heiliges Sandalwood scheinbar unbeachtet vom Rest der Stadt, wo die Leute ihrem gewöhnlichen Alltag nachgehen.

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Die Sonne geht langsam unter, Weihrauchschwaden und der Geruch von verbranntem Fleisch durchziehen die Luft am Burning Ghat. Die Helfer der Ghats haben alle Hände voll zu tun, die Holzstapel zu schichten, auf denen die Leichen ihren letzten Schritt auf dem Weg ins Nirvana antreten. Je mehr Holz auf einem Stapel liegt, desto reicher ist die Familie des Toten. Es herrscht Schichtbetrieb und die Schlange der Verstorbenen ist lang.
Der Leichnam des alten Mannes wird auf einen der Holzstapel gelegt und der Stapel wird entzündet. Nachdem die ersten Holzscheite heruntergebrannt sind, erfassen die Flammen die Leiche. Während die Sonne am Horizont untergeht, verwandelt das Feuer den Körper des Toten in ein Stück verkohltes Holz.

Der Rauch des Feuers steigt langsam in den Himmel bis er sich in den anderen Wolken auflöst. Tod an diesem Ort ist Befreiung, das Ende vom ewigen Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt.

Der Kinofilm endet mit der Naheinstellung des Kopfes der brennenden Leiche auf dem Scheiterhaufen.

Der Lebenszyklus eines Menschen von der Geburt bis zum Tod ist damit abgeschlossen.

ENDE

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